EZG-Lehrfahrt am 17. Oktober

Mit einer ganztägigen Lehrfahrt nach Unterfranken haben engagierte Streuobst-Akteurinnen und -Akteure aus Backnang und Umgebung am Freitag, 17. Oktober 2025, ihren Blick über den eigenen Obstwiesenrand hinaus erweitert und beispielhafte Initiativen im bereich Streuobst-Vermarktung kennengelernt. Im Mittelpunkt standen dabei der fachliche Austausch, das Kennenlernen erfolgreicher Vermarktungs- und Bildungskonzepte sowie die Frage, wie sich gute Ideen auf die örtliche Streuobstlandschaft im Rems-Murr-Kreis und im Schwäbischen Mostviertel übertragen lassen. Die Fahrt stieß bei den Aktiven der Streuobstszene auf reges Interesse, da sie konkrete Praxisbeispiele und erprobte Organisationsformen direkt vor Ort erlebbar machte.​

Pünktlich um 7 Uhr startete die Gruppe in Backnang, organisiert in Fahrgemeinschaften, was nicht nur die Anreise effizient gestaltete, sondern auch schon auf der Hinfahrt Raum für erste Fachgespräche und Erwartungen an den Tag bot. Nach der Ankunft gegen 10 Uhr stand mit der Schlaraffenburger gGmbH in Aschaffenburg die erste Station auf dem Programm, eine Initiative, die seit Jahren als Vorbild für den Erhalt und die Aufwertung von Streuobstbeständen sowie für eine professionelle, zugleich gemeinwohlorientierte Vermarktung regionaler Produkte gilt. Im Rahmen einer ausführlichen Führung erhielten die Teilnehmenden Einblicke durch Alexander Vohbeck in die organisatorischen Strukturen, die Zusammenarbeit mit Bewirtschaftenden und Flächeneigentümern sowie in Verarbeitung, Lagerung und Vertrieb der Erzeugnisse, von der Mostobstannahme bis zu hochwertigen Streuobst-Spezialitäten.​

Das gemeinsame Mittagessen bot anschließend nicht nur eine kulinarische Pause, sondern auch die Gelegenheit, die zahlreichen Eindrücke aus Aschaffenburg zu reflektieren und erste Bezüge zur eigenen Arbeit im Rems-Murr-Kreis herzustellen. In zwangloser Atmosphäre wurden Themen wie Vertragsmodelle mit Obstwiesenbesitzenden, Qualitätssicherung, Markenbildung und Öffentlichkeitsarbeit diskutiert, ebenso wie mögliche Kooperationsformen zwischen kommunaler Verwaltung, Ehrenamt und landwirtschaftlichen Betrieben. Viele Teilnehmende nutzten die Zeit, um konkrete Ideen mitzunehmen, etwa zur Stärkung regionaler Wertschöpfungsketten oder zur besseren Sichtbarkeit von Streuobstprodukten im Handel.​

Am Nachmittag führte die Lehrfahrt zu den Main-Streuobst-Bienen, einer eingetragenen Genossenschaft, die den Schutz der Streuobstlandschaft mit innovativen Bildungs- und Bestäubungskonzepten verbindet. Bei der dortigen Führung erfuhren die Gäste, wie sich die Themen Streuobst, Insektenvielfalt und Umweltbildung zu einem schlüssigen Gesamtkonzept zusammenfügen lassen. Besonders im Fokus standen dabei die Möglichkeiten, über Beteiligungsmodelle, Patenschaften oder Mitmachaktionen die Bevölkerung langfristig an die Streuobstthematik zu binden.​

Gegen 19 Uhr kehrte die Gruppe schließlich nach Backnang zurück – im Gepäck zahlreiche fachliche Impulse, neue Kontakte und konkrete Anregungen für zukünftige Projekte rund um die heimischen Streuobstwiesen. Viele Teilnehmende werteten den Tag als wertvolle Bereicherung, weil sich theoretische Überlegungen aus Workshops und Sitzungen mit lebendigen Praxisbeispielen verbinden ließen und sichtbar wurde, welche Wirkung professionelle, gut vernetzte Initiativen vor Ort entfalten können. Die Lehrfahrt hat damit einen wichtigen Beitrag dazu geleistet, das Engagement der hiesigen Streuobst-Akteurinnen und -Akteure zu stärken und neue Perspektiven für die Weiterentwicklung der Streuobstlandschaft im Raum Backnang zu eröffnen.