Tatkräftiger Einsatz bei gemeinsamer „Mistelputzete“ in Kleinaspach

Neues Mistelmobil feierlich eingeweiht

Mit großem ehrenamtlichem Engagement und sichtbarer Begeisterung fand am Samstag, den 7. März 2026, in Kleinaspach die gemeinsame „Mistelputzete“ der Gemeinde Aspach sowie der örtlichen Vereine NABU Aspach und Obst- und Gartenbauverein Rietenau (OGV) statt. Gemeinsam mit ihren Vorsitzenden Jochen Schäufele (NABU Aspach) und Alfred Binder (OGV Rietenau) traten zahlreiche Ehrenamtliche an, um auf den Streuobstwiesen rund um Kleinaspach befallene Obstbäume von Misteln zu befreien. Mit geschulter Hand, viel Sachverstand und großem Tatendrang rückten sie dem Befall auf den alten Hochstämmen zu Leibe – eine Arbeit, die körperlich fordernd, zugleich aber auch sinnstiftend und gemeinschaftsbildend ist. Ihr Einsatz machte einmal mehr deutlich, welche Bedeutung die engagierte Arbeit der örtlichen Umwelt- und Gartenbauvereine für den Erhalt der wertvollen Streuobstlandschaft hat.

Nach einem arbeitsintensiven Vormittag stärkten sich die Teilnehmenden bei einer kleinen Vesperpause, bevor am frühen Nachmittag der feierliche Teil der Veranstaltung begann. Auf der Streuobstfläche wurde in Anwesenheit von Bürgermeisterin Sabine Welte-Hauff sowie Nadine Thoman vom Schwäbischen Mostviertel der neue mobile Arbeitsanhänger vorgestellt, das sogenannte „Mistelmobil“. Mit sichtlichem Stolz präsentierten die Initiatorinnen den speziell ausgerüsteten Anhänger, der künftig als vielseitiges Einsatzfahrzeug für Schulungen für Pflegeaktionen in den Aspacher Streuobstbeständen dienen soll. Die Anschaffung des Mistelmobils wurde mit Unterstützung des Landes Baden-Württemberg über das Regionalbudget der ILE-Region Schwäbisches Mostviertel ermöglicht – ein Beispiel dafür, wie gezielte Fördermittel ehrenamtliches Engagement sinnvoll ergänzen und langfristig stärken können.

Das neue Fahrzeug symbolisiert weit mehr als nur technische Unterstützung: Es steht für Kontinuität, Zusammenarbeit und das gemeinschaftliche Ziel, die Kulturlandschaft rund um Aspach durch Wissenstransfer und Aufklärung zu erhalten. In ihren Grußworten betonte Bürgermeisterin Welte-Hauff die Bedeutung des öffentlichen Bewusstseins für die Problematik der Mistelausbreitung. Sie hob hervor, dass die Pflege der Streuobstwiesen nur durch ein Zusammenspiel von Fachwissen, freiwilliger Einsatzbereitschaft und Bürgerverantwortung gelingen könne. Mit dem Mistelmobil soll zudem ein sichtbares Zeichen für nachhaltigen Naturschutz in kommunaler Verantwortung gesetzt werden.

Nach der Einweihung machten sich die Teilnehmenden gemeinsam mit weiteren interessierten Bürgerinnen und Bürgern erneut auf, den praktischen Einsatz zu erproben. Während die Geübten in luftiger Höhe sorgfältig die Misteln herunterschnitten, sammelten engagierte Helferinnen und Helfer am Boden das Schnittgut ein, das anschließend von der Gemeinde abtransportiert wurde. Die gute Stimmung, das gemeinsame Ziel und die sichtbaren Fortschritte auf der Fläche machten deutlich, wie viel mit koordinierter Freiwilligenarbeit erreicht werden kann. Die Mistelbekämpfung ist für alle Beteiligten weit mehr als ein symbolischer Akt – sie ist ein wichtiges Zeichen für einen verantwortungsvollen Umgang mit der Kulturlandschaft, die das Schwäbische Mostviertel prägt. Denn die Mistel, die sich mangels regelmäßiger Pflege vieler Obstbaumbestände zunehmend ausbreitet, stellt eine ernste Bedrohung für die Vitalität der Streuobstwiesen dar. Zugleich führt die jährliche Aktion stets vor Augen, wie bedeutsam ehrenamtliche Vereinsarbeit und bürgerschaftliches Engagement für das Gemeinwesen sind.

Dank des großen Einsatzes der zahlreichen Freiwilligen, der tatkräftigen Unterstützung der Vereine sowie der organisatorischen Begleitung durch die Gemeinde Aspach konnte die Mistelputzete 2026 erfolgreich durchgeführt werden. Das neue Mistelmobil wird in Zukunft nicht nur den Aktiven der Mistelbekämpfung wertvolle Dienste leisten, sondern auch bei weiteren Schulungseinsätzen und Projekten zur Pflege der Streuobstbestände eingesetzt werden. So verbindet sich in Aspach eine lebendige Tradition des Obstbaus mit einem modernen Verständnis von ehrenamtlicher Zusammenarbeit und nachhaltiger Landschaftspflege.