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18. August 2017

85 Kilometer „Äpple“ in 24 Stunden – ein besonderes Erlebnis!

Mit einer Anzeige in der Backnanger Zeitung fing es an: „Wer hat Lust, den `s Äpple-Wanderweg rund um Backnang als 24-Stunden-Wanderung zu gehen?“. 24-Stunden-Wanderungen sind „in“ - warum dann nicht auch auf dem Äpple-Weg, der nicht nur vor der Haustür liegt, sondern mit seiner Länge von etwas mehr als 84 Kilometern auch ganz gut in das Zeitfenster passt?

Selbst organisiert und überschaubar sollte es sein. Für die allermeisten von uns sollte es die erste Rund-um-die-Uhr-Wanderung werden, eine neue Erfahrung auf ansonsten bekanntem heimischem Terrain. Nach einem Vorbereitungstreffen, in dem die Strecke besprochen und die Verpflegungsstationen organisiert wurden, machten wir uns am Samstag, den 8. Juli 2017 als zwölfköpfige Gruppe in der Mittagshitze am Bahnhof Maubach auf den Weg.

 

Erste Rast war um 15 Uhr in Burgstall; mit Selbstgebackenem trotzten wir dem drohenden Gewitter und konnten trockenen Fußes unseren Weg durch das Wüstbachtal fortsetzen. Vorbei am Steinbruch Zwingelhausen und erfrischt durch eine Überraschungs-Melone aus dem Kofferraum eines freundlichen Helfers ging’s Richtung Kleinaspach. Unter den erstaunten und mitunter auch etwas mitleidigen Blicken der anderen Gäste brachen wir nach einer Stärkung im Sonnenhof in den Abend auf. Bergan durch Weinberge, vorbei am Flugplatz in Völkleshofen und nach einer erfrischenden Pause in Altersberg erreichten wir mit der Dämmerung die Höhe oberhalb von Kleinaspach und Allmersbach.

 

Unten in der Alten Kelter wurde gefeiert, aber der fantastische Blick über die abendliche Backnanger Bucht entschädigte für die Mühe und ließ Neid gar nicht erst aufkommen. Der Fernsehturm blinkte am Horizont, und Stuttgart ließ für uns ein Feuerwerk steigen. Wieder unten, in Rietenau, bei knapp der Hälfte der Strecke, wartete die nächste Verpflegungsstation. Zeit zum Auftanken, aber auch Zeit, auf den eigenen Körper zu hören, wenn Blasen und wunde Füße sich meldeten.

 

Nachts auf dem Äpple – entlang der Hepp-Seen, durch das Rohrbachtal, dann hinauf nach Schiffrain, vorbei an verdutzten Bewohnern in Wilhelmsheim – ein besonderes, aber doch eigenartiges Gefühl! Der Vollmond begleitete uns und bot auf freier Strecke ausreichend Licht; nur im Wald mussten wir immer wieder die Lampen einschalten. Mitten in der Nacht unterhielten wir uns in Oppenweiler nett mit einem Nachtschwärmer und ließen uns kurz darauf erschöpft in einer Garage nieder. Die Versorger meinten es gut mit uns, so dass der Aufbruch schwer fiel. Aber auf der nächsten Etappe Richtung Oberbrüden versprach es schon zu dämmern. Wir hofften alle, dass der Sonnenaufgang die Müdigkeit vertreibt, unter der wir nun doch alle mehr oder weniger litten. Und tatsächlich: mit dem neuen Tag kehrten die Lebensgeister zurück, auch wenn die Strecke ihren Tribut forderte.

 

Gut 18 Stunden waren wir unterwegs, als wir Lippoldsweiler erreichten. Die Bäckerei Stark öffnete eigens für uns schon vor der Zeit (Sonntag morgens!) und zauberte ein geniales Buffet. Frische Brötchen und Kaffee und ein netter Plausch mit dem Bäckerpaar gaben uns neuen Schwung für die verbleibende Strecke. Während der Ort erwachte, wartete auf uns der Aufstieg zum Ebersberg über den Stäffelesweg. Dann ging’s bergab, an Allmersbach vorbei zur letzten Pausenstation in Horbach. Pünktlich, kurz vor Mittag, erreichten wir zu sechst den Bahnhof in Maubach – mehr oder weniger leidend, erschöpft, aber glücklich!

 

Was bleibt? Die Begeisterung für das Äpple, einen wunderschönen, abwechslungsreichen Wanderweg, der zu jeder Tageszeit seinen Reiz hat. Die Bitte, die stellenweise erstklassige Beschilderung bzw. Bezeichnung auch dorthin zu übertragen, wo sie derzeit noch etwas dürftig ist (wir konnten das durch Ortskenntnis ausgleichen). Die Erkenntnis, dass man mit einer zufällig zusammengewürfelten kleinen Gruppe viel Spaß haben und sich gegenseitig unterstützen kann. Die Erfahrung, dass 85 Kilometer in 24 Stunden durchaus “knackig“ sind. Die Erinnerung an ein besonderes und bleibendes Erlebnis, unabhängig von einer Zielankunft. Und der herzliche Dank an alle, die uns geholfen haben!

 

Mit etwas Abstand haben wir uns zu einem Nachtreffen verabredet. Wir waren uns einig, die Tour im nächsten Jahr wieder zu gehen. Mit einem anderen Startort, vielleicht auch in die Gegenrichtung. Gerne auch mit weiteren Interessierten, die neugierig geworden sind.

 

Juli 2017

Lothar

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