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25. Dezember 2018

's Äpple-Tour rund um's Schloss Ebersberg

Ein Wanderbericht vom Erlebnisweg 's Äpple

Rund um die Backnanger Bucht verläuft dieser besondere Landschaftserlebnisweg. In schöner Halbhöhenlage, zwischen 215 und 456 Meter über NN, verbindet der 83,6 Kilometer lange Weg die Gemeinden Aspach, Auenwald, Allmersbach im Tal, Affalterbach, Backnang, Weissach im Tal, Oppenweiler, Burgstetten und Kirchberg. Der Name `s Äpple ist ein Werbeslogan und steht sinnbildlich für etwas „Schwäbisches“, für die Schwäbischen Äpfel und unsere Streuobstwiesen. Seit 2016 kennzeichnet dieser Kunstname 's Äpple den Wegverlauf. Der reizvolle Weg ist auf verschiedene Arten erlebbar: zu Fuß, per Rad, einfach auf einer der unterschiedlich gestalteten Bänke sitzend die Gegend genießen, bei einem gemütlichen Spaziergang oder als Rundwanderung auf den Wanderwegen der Gemeinden. Der Fantasie und den Bewegungsmöglichkeiten, ob sportlich oder mit Muße, sind keine Grenzen gesetzt, alles ist möglich, das Genießen und die Auszeit.

Am 25. Dezember machte ich mich auf, um auf dem 's Äpple-Weg eine kleine, aber eindrucksvolle weitere Etappe zu erkunden. Ich startete auf diese 3-stündige Wandertour vom Parkplatz unterhalb des Schlosses Ebersberg. Den Schlossparkplatz erreichte ich per Auto, nach einem längeren Frühstück – es war doch heute der erste Weihnachtsfeiertag. Bei strahlendem Sonnenschein - was bitte, sollte mich da zuhause halten - legte ich los. Schon bald kam ich ins Schwitzen, war ich doch mit einer langen Unterhose unter der Wanderhose zu warm eingepackt. Nach anfangs guter Wegmarkierung verließ mich diese jedoch bald und ich hatte so mein Wegfindungsproblem. Da der 's Äpple-Weg und die Rundwanderwege der Gemeinden sich treffen oder überschneiden, wurde ich ab und zu in die „Irre“ geführt. Aber als „alte Backnangerin“ ist mir meine Heimat in und um die Backnanger Bucht herum vertraut und so kam ich auch heute wieder vom „falschen Weg“ auf den „rechten Weg“. Jedoch ist es wichtig, die Wanderkarte dabei zu haben. Bergab gehend, an Sträuchern vorbei, an denen noch Hagebutten hingen und bei einem Himmel, der im Sommer nicht „blauer“ sein kann, erreichte ich den Ortsrand von Hohnweiler. Den 's Äpple-Weg nun ein Stückchen verlassend ging ich nach links weiter, der Straße nach Däfern folgend. Nur wenige Autos waren unterwegs. In Däfern sah ich mein Wegzeichen wieder. Auf einer kleinen Brücke überquerte ich den Däfernbach und wanderte dann, bergauf gehend dem Wald entgegen. Bevor ich mich die Stufen zum Pumphäuschen mit seiner Lambachpumpe hinauf wagte - der Pfad war schmal und die Stufen nass hier im schattigen Wald - las ich auf der angebrachten Info-Tafel Näheres.

Gottfried Lambach erfand 1890 in der Marienheide diese Pumpe. Sie diente zur Versorgung der Bevölkerung in höher gelegenen Ortschaften. Von 1929-1953 wurde hiermit der Ort Lutzenberg mitversorgt. Nach der Entdeckung der Pumpe 2006, wurde sie von 2008 bis 2011 vom Ebersberger Bürgerverein e.V. restauriert.

Zurück auf meinem Wanderweg hatte ich schon bald einen schönen Blick auf die von der Dezembersonne beschienenen Streuobstwiesen. Vom `s Äpple-Zeichen an einem bemoosten und mit Efeu bewachsenen Baumstamm machte ich noch ein Foto. Der Weiterweg verlief nun aus dem Wald hinaus und wieder bergan. In einer Obstbaumwiese versteckt entdeckte ich ein Gartenhaus, wie aus dem Bilderbuch, mit farblich passendem Vogelhäuschen dazu. Auf allen Sitzbänken, an denen ich vorbei ging, saßen „Sonnengenießer“, heute an Weihnachten.

Dass hier in Ebersberg früher einmal Weinbau betrieben wurde, wusste ich bis jetzt nicht. Auch nicht, dass die Ebersberger an Armut und Hunger litten. Auf einer Hinweistafel konnte ich es lesen. Aufgrund der ungünstigen Hanglage konnte nur ungefähr die Hälfte der Flächen landwirtschaftlich genutzt werden und diese gehörten zum größten Teil dem Schloss. Die kleinen Parzellen gehörten den Ebersberger Bürgern, die sie für den Weinanbau nutzten. Im 19. Jahrhundert hatten die ungünstigen Witterungsverhältnisse, Nässe, Reblaus und andere Schädlinge auch hier schlimme Folgen. Um das Elend zu lindern ließ der Ebersberger Pfarrer Lochner auf dem Schlossfeld Kartoffeln anbauen, die nach der Ernte in einer Speiseküche den Bürgern zugutekamen. Heute nun lassen drei Weinbau-Pioniere oberhalb von Däfern, die Weinbau-Tradition wieder aufleben. Der Jahrgang 2017 wurde bereits vorgestellt.

Wieder im Hier und Heute setzte ich meine Wanderung fort. Unterwegs traf ich noch meinen ehemaligen Lehrer von der Wirtschaftsschule mit Gattin. Schmunzelnd meinte er, dass das mit der Schulzeit doch schon ein paar Jährchen her ist. Bis zum Parkplatz musste ich noch den einen oder anderen Höhenmeter bewältigen; die schöne Aussicht auf unsere Backnanger Bucht ließ mich dies „ertragen“. Vorbei an einem Poller mit dem `s Äpple-Zeichen, setzte ich mich zufrieden in mein Auto und machte mich auf den Heimweg.

Info zum Schloss Ebersberg

Das Schloss Ebersberg wurde im 13. Jahrhundert als Burg erbaut. Die Besitzer der Burg wechselten häufig. Bevor im Jahre 1714 ein Brand fast die ganze Anlage zerstörte, gehörte es dem Kloster Schöntal an der Jagst. Heute ist Schloss Ebersberg Eigentum der Deutschen Pfadfinderschaft Sankt Georg als Bildungs-und Begegnungsstätte. 1971 haben sich die Gemeinden Ebersberg, Lippoldsweiler, Unter- und Oberbrüden zu Auenwald zusammengeschlossen.

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