Rufen Sie uns an oder schicken Sie uns eine E-Mail. Wir freuen uns, von Ihnen zu hören.

Email schreiben
Telefon 07191 / 3531 0

Rufen Sie uns an oder schicken Sie uns eine E-Mail. Wir freuen uns, von Ihnen zu hören.

Email schreiben
07191 / 3531 0

Schwäbisches Mostviertel e.V.
Kirchberg 2-4
71554 Weissach im Tal

Mitglied werden

Schwäbisches Mostviertel e.V.
Kirchberg 2-4
71554 Weissach im Tal

30. April 2018

Meine erste 's Äpple-Tour

Ein Wanderbericht vom Erlebnisweg 's Äpple

Rund um die Backnanger Bucht verläuft dieser besondere Landschaftserlebnisweg. In schöner Halbhöhenlage, zwischen 215 und 456 Meter über NN, verbindet der 83,6 Kilometer lange Weg die Gemeinden Aspach, Auenwald, Allmersbach im Tal, Affalterbach, Backnang, Weissach im Tal, Oppenweiler, Burgstetten und Kirchberg. Der Name 's Äpple ist ein Werbeslogan und steht sinnbildlich für etwas „Schwäbisches“, für die Schwäbischen Äpfel und unsere Streuobstwiesen. Seit 2016 kennzeichnet dieser Kunstname 's Äpple den Wegverlauf. Der reizvolle Weg ist auf verschiedene Arten erlebbar: zu Fuß, per Rad, einfach auf einer der unterschiedlich gestalteten Bänke sitzend die Gegend genießen, bei einem gemütlichen Spaziergang oder als Rundwanderung auf den Wanderwegen der Gemeinden. Der Fantasie und den Bewegungsmöglichkeiten, ob sportlich oder mit Muße, sind keine Grenzen gesetzt, alles ist möglich, das Genießen und die Auszeit.

Meine erste's Äpple-Tour: Rietenau – zum Aussichtsplatz Güldenkern – Schönenbühl und zurück. Ausgangspunkt und Ziel: Rietenau, Wanderparkplatz Heiligental Bushaltestelle: Rietenau

Hier meine Wanderroute: Wanderparkplatz Heiligental in Rietenau, Jettenbach, Allmersbacher Weinberg „Alter Berg“, und zurück auf dem WeinWanderweg Aspach, Wanderparkplatz Heiligental. Eine Wanderung, die auch für marschierende Kinder und Enkel geeignet ist.

An einem Dienstag im April diesen Jahres, ging ich die kurze aber eindrucksvolle Runde, bei fast sommerlichen Temperaturen. Auf gleicher Strecke marschierte ich auch im letzten Jahr, ebenfalls an einem Dienstag, jedoch bei Nieselwetter. Damals konnte ich die einladenden Sitzbänke auf dem GUcK-Lehrpfad nicht ausprobieren, sie waren nass. Damals beschloss ich, die Tour zu wiederholen und zwar zur Frühlingszeit, wenn die Kirschbäume blühen und ich vielleicht das Glück habe, den einen oder anderen Buntspecht zu entdecken. Ich fuhr mit meinem Auto zum Wanderparkplatz Heiligental in Rietenau und schon vom Auto aus sah ich mein erstes Wegzeichen an der Ecke und eine der „besonderen Bänke“ vor dem dahinter liegenden Parkplatz. Ich konnte gleich starten, da ich keine Wanderstiefel zum Schnüren dabei hatte. Klug war diese Entscheidung nicht; ich hätte es wissen müssen. Mit meinen Wanderstiefeln fühle ich mich einfach sicherer auf Schritt und Tritt. Auch meine Schildmütze, die mich vor der Sonne schützt, hatte ich nicht mitgenommen. Später erst würde ich es merken, wie kräftig die Frühlingssonne doch schon sein kann.

Nachdem ich die Straße, die nach Rietenau hinein führt überquert hatte, ging ich nach links, an der Sitzbank „Obstkiste“ und der Informationstafel Akazienwäldchen vorbei. Ich folgte weiter dem Sträßchen bergan, die Sitzbank, „Volksbank“ ließ ich links liegen, bis zum Aussichtspunkt Güldenkern, am kleinen Rietenauer Weinberg.

Der 's Äpple-Weg und der GUcK-Weg, der Geschichte, Umwelt- und Kulturlehrpfad, mit seiner Sitzbänkerunde „gugga, laufa, hogga“ verlaufen ein Stück parallel, und ich probierte alle die ausgefallenen Sitzmöglichkeiten aus, die ich sah. Es kostete mich viel Zeit, „schöne Zeit“ zum Relaxen und ich konnte meinen Gedanken nachhängen. Im Nachhinein stellte ich fest, dass ich die eine oder andere Bank übersehen hatte, zum Glück; wer weiß, wann ich sonst zu Hause gewesen wäre.

Oben am Güldenkern angekommen, ging mir mein mit Käse, Wurst, Tomate und Gurke belegtes „Weckle“, das ich in meiner Umhängetasche dabei hatte, nicht mehr auch dem Kopf und so machte ich eine Vesperpause. Mutig kletterte ich das Leiterchen der Aussichtskanzel hoch, denn ich wollte „erhöht“ auf dem da oben stehenden Holzsessel sitzend mein Vesper und den Ausblick genießen. Die farbige Panoramakarte zeigte mir, was ich außer Rietenau noch alles sehen kann. Da ist der Lemberg bei Affalterbach eingezeichnet, der Fernsehturm in Stuttgart und an einem noch schöneren Tag wie heute - gibt es das? - könnte ich sogar ein Stückchen von der Schwäbischen Alb erblicken. Ich war begeistert von dieser Aussicht und von der Beschreibung auf der Hinweistafel Güldenkern. Schülerinnen und Schüler aus Aspach haben auf der Tafel folgendes zusammengetragen: Der Weinbau kam vermutlich 1262 durch das Kloster Hirsau nach Rietenau. Durch Fröste und Schädlinge ging um 1900 herum der Weinanbau zurück und so stellten die Rietenauer auf den Obstbau um.

Zurück auf dem 's Äpple-Weg, ging es von nun an bergab. Die Holzliege entlang des Weges lud mich nicht „nur“ zum Sitzen ein. Entlang des Weiterweges sah ich immer mal wieder Obstbäume, in denen sich Misteln eingenistet hatten. Nun ging ich nach rechts weiter dem Schild folgend. Bevor ich das Haus des Angelvereins erreichte, sah ich noch die Sitzmöglichkeit „Geldbank“; vermutlich ist der „Bank“ das Geld ausgegangen, denn sie war nicht mehr sehr „kundenfreundlich“. Vom Angelvereinshaus ist es nicht mehr weit bis Rietenau. Ich ging nach links weiter am See des Angelvereins vorbei. Der Weg führt nun hinauf, bis zu den Häusern von Schönenbühl. Zwischendurch blieb ich stehen und ließ meinen Blick zurück auf die hinter mir liegende friedliche Landschaft schweifen.

Nach Schönenbühl führte mich meine Route scharf nach rechts und ich verließ nun 's Äpple. Der Fensterbank, mit einer Sitzfläche aus Glas, die hier am „scharfen Eck“ steht, konnte ich nicht widerstehen. Vorsichtig entlang der Straße gehend, kam ich Rietenau näher. Bevor ich der evangelischen Pfarrkirche St. Ulrich im Ort einen Besuch abstattete, waren da noch zwei spezielle Sitzbänke zu „bewältigen“, wobei ich mich aber nur noch auf die Schaukelbank setzte. Ich schaukelte hin und her und machte mir Notizen, d. h. „ein“ Foto, bevor ich auf einer Brücke den Bach überquerte. Kurz vor meinem Besuch in der Kirche machte ich noch einen Schlenker zur Rietenauer Brunnenanlage neben dem ehemaligen Badegebäude. Die Ulrichskirche war geöffnet und so konnte ich einen Blick auf die hübsche Orgel werfen. Dankbar für die schönen Stunden erreichte ich bald den Wanderparkplatz Heiligental.

Rietenau gehört seit 1971 zur Gemeinde Aspach, wie auch Großaspach, Kleinaspach und Allmersbach am Weinberg. Rietenau wurde 1103 erstmals urkundlich erwähnt, es gehörte einst dem Kloster Hirsau. Bekannt ist Rietenau vor allem durch seine bereits im 13. Jahrhundert benutzten Quellen. Ab dem Jahre 1441 gab es sogar ein Bad. 1957/58 wurde der Badebetrieb eingestellt. Heute dient das Wasser nur noch zum Trinken. Über 100 Millionen Flaschen Rietenauer Mineralwasser werden pro Jahr abgefüllt und ausgeliefert.

zurück zur Übersicht

×