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Schwäbisches Mostviertel e.V.
Kirchberg 2-4
71554 Weissach im Tal

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12. Oktober 2016

Misteln bedrohen Streuobstwiesen

Bald mit dem Herbst und dem Laubfall wird das Problem vielerorts im Schwäbischen Mostviertel wieder offensichtlich: durch Misteln befallene Streuobstbäume. Meist sind es ganze Flurstücke, auf denen die Baumkronen mit den kugeligen Mistelbüschen dicht bewachsen und „immergrün“ erscheinen. Denn die Mistel (Viscum album) ist ansteckend. Vögel fressen die Beeren der Mistel und wetzten die am Schnabel klebenden Samen an Nachbarbäumen ab oder scheiden die unverdauten Samen mit dem Kot aus. Direkt auf dem Ast keimt dann eine neue Mistelpflanze, dringt mit ihren Wurzeln in den Rindenbast des befallenen Baumes bis ins Splintholz vor. Die Mistel ist ein Halbschmarotzer, sie betreibt zwar selbst Photosynthese, generiert also in ihren grünen Blättern Nährstoffe aus Sonnenlicht, zapft aber Wasser und Mineralien von ihrem Wirtsbaum ab. Starker Befall schwächt daher die Obstbäume erheblich und führt früher oder später zum Absterben des Baumes durch Wassermangel, vor allem in trockenen Jahren oder an ungünstigen Standorten, oder durch Astbruch, da die immergrünen Misteln Winterstürmen und Schneelast eine gute Angriffsfläche bieten.

Ursache für den drohenden Niedergang ganzer Streuobstbestände im Mostviertel aufgrund der Mistelplage sind die zunehmende Aufgabe von Pflege und Nutzung der Obstwiesen, verloren gegangenes Wissen um den richtigen Obstbaumschnitt und die irrige Annahme, die Misteln stünden unter Naturschutz. Weder nach dem Landes- noch nach dem Bundesnaturschutzgesetz oder europäischem Recht sind Laubholzmisteln geschützt.

Im Winter bei nicht zu starkem Frost ist die richtige Zeit, die Bäume zu schneiden und dabei auch die Misteln zu entfernen. Denn leider verbreiten sich die Misteln von den befallenen Bäumen auch auf gepflegte Bestände in der Nachbarschaft, daher kann man der Plage nur durch konsequentes und flächendeckendes Ausschneiden der Misteln begegnen.

Doch auch als Verbraucher kann man zum Erhalt der Streuobstwiesen beitragen: Durch Kauf von Misteln aus heimischen Streuobstbeständen, möglichst auf den lokalen Weihnachtsmärkten und natürlich durch Kauf von Produkten aus heimischen Streuobstwiesen wie Säfte, Most, Honig, Schnaps und Fleisch von Weidetieren aus der Streuobstwiesenpflege. Denn wenn die Bewirtschafter der Obstwiesen einen fairen Preis für ihre Produkte bekommen, lohnt sich auch die mühsame Pflege unserer landschaftsprägenden und artenreichen Streuobstwiesen.

Weitere Informationen, Vermittlung von Schnittkursen oder fachkundigem Obstbaumschnitt und Mistelschnittaktionen sind bei den örtlichen Obst- und Gartenbauvereinen und den „Mostköpfen“ des Schwäbischen Mostviertels erhältlich:

Allmersbach im Tal: Patrizia Rall Tel. 07191 3530-19
Aspach: André Eberle Tel. 07191 212-24
Auenwald: Yvonne Bader Tel. 07191 5005-10
Backnang: Claudia Schimke Tel. 07191 894-259
Weissach im Tal: Rudolf Scharer Tel. 07191 3531-32

Autor

Claudia Schimke
Schwäbisches Mostviertel e.V.

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